Erhebungsergebnisse

Insbesondere seit 2010 wurden in den betrachteten Unternehmen eine Vielzahl von Aktivitäten angestoßen, weitere Themen werden fortlaufend aufgegriffen und ergänzt. Trotz der unterschiedlichen Unternehmensstrukturen und -größen waren die Ergebnisse der qualitativen Anfangserhebung, die Anfang 2012 erfolgte, gut miteinander vergleichbar. Viele der im Projekt betrachteten Prozesse sind gut systematisiert. Angebote und Zielsetzungen sind häufig ähnlich, Unterschiede ließen sich allerdings in der Detailgestaltung und dem Umsetzungsgrad feststellen.

  • In der Betrieblichen Gesundheitsförderung ist (Stand: 2012) ein Trend zu einer breiteren Zielgruppenorientierung und niedrigschwelligen Angeboten erkennen.  An zukünftigen Herausforderungen ergeben sich hier aber die Zielgruppenbestimmung und -erreichung, die weitere Umsetzung von Frühwarnsystemen (wie z. B. dem Check-Up) sowie der Aufbau entsprechender Anschlussmöglichkeiten dar.
     
  • In Bezug auf die Arbeitsorganisation und Arbeitsplatzgestaltung in Produktionsbereichen steht in allen Unternehmen die Sensibilisierung von Führungskräften sowie die weitere Standardisierung und Intensivierung des Austauschs im Fokus. Alle Unternehmen arbeiten zudem an einer Stärkung der Ergonomie schon in der Produkt- und Produktionsplanung und stellen sich dabei die Frage, wie ein alternsgerechter Arbeitsplatz in der Produktion aussieht. Für alle Unternehmensbereiche beschäftigen zudem die Frage der Beurteilung und Reduzierung psychischer Belastungen sowie mögliche Angeboten zum besseren Umgang mit diesen Belastungen.
     
  • Im Bereich der Arbeitszeitgestaltung stellt unter anderem die Umsetzung „altersrobuster“ Schichtmodelle vor Herausforderungen, da sie häufig nicht nur mit höheren Kosten verbunden ist, sondern es oft erst einmal notwendig macht, die Mitarbeiter von den Vorteilen zu überzeugen. Tarifliche Rahmenbedingungen machen  in einigen Bundesländern ferner eine lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung schwierig.
     
  • Auf Ebene der Personalentwicklung findet in vielen Unternehmen derzeit ein Ausbau der Angebote und die weitere Systematisierung der Abläufe statt, in deren Zentrum in der Regel jährliche Mitarbeitergespräche stehen. In der Weiterbildung und Qualifizierung zeichnet sich ein Trend zu zunehmend zielgruppenspezifischen Konzepten ab, spezifische Lernvoraussetzungen und Rahmenbedingungen finden erste Berücksichtigung. Zu den Herausforderungen zählt es hier, die Entwicklungsperspektiven zu erweitern, Karriere- und Erwerbsverläufe zu flexibilisieren und eine allgemeine Lernkultur zu etablieren bzw. zu stärken.